Abschlusstagung nets | résco 2020:

Diskurs- und Textfähigkeiten – (mit) Sprache lernen in den Fächern

Ort und Zeit

Freitag, 20. bis Samstag, 21. November 2020

PH FHNW, Campus Brugg-Windisch

Tagungsthema und Fragestellung

Die Förderung von Diskurs- und Textfähigkeiten gehört einerseits zu den Zielsetzungen schulischen Unterrichts, und zwar in allen Fächern. Zugleich sind Diskurs- und Textfähigkeiten aber auch Voraussetzungen, um erfolgreich am schulischen Unterricht in allen Fächern teilzunehmen. Nicht nur in der Schule, sondern auch in privaten wie in beruflichen Kontexten werden Diskurs- und Textfähigkeiten benötigt, um komplexe sprachlich repräsentierte Informationseinheiten (z.B. Erlebnisberichte, Vorträge, Erzählungen, Debatten, Sachtexte zu verschiedenen Themen) zu verstehen und zu produzieren. Entsprechend kommt der Theorie und Empirie einer Didaktik der Diskurs- und Textfähigkeiten eine bedeutende Rolle zu. In Abgrenzung zu basalen Sprach- und Schriftfertigkeiten geht es dabei um sog. hierarchiehöhere Fähigkeiten zur Verknüpfung von Aussagen, zur Strukturierung von komplexen Informationen, zur Rekonstruktion und Repräsentation mentaler Modelle, zur Bearbeitung kommunikativer Aufgaben und zur metalinguistischen Objektivierung von Texten und ihres Gebrauchs.

Diskurs- und Textfähigkeiten werden in allen Domänen des sprachlichen Handelns (Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen) benötigt und erworben. Im Medium der Mündlichkeit setzt ihr Erwerb bereits im Vorschulalter ein und verläuft während der gesamten Schulzeit weiter; mit zunehmenden Lese- und Schreibfertigkeiten gehen sie auch ins Medium der Schriftlichkeit über und werden dort weiterentwickelt. Das Unterrichtsgeschehen stellt an alle Beteiligten in allen Fächern laufend kommunikative Anforderungen, für deren rezeptive und produktive Bewältigung Diskurs- und Textfähigkeiten erforderlich sind und die mit zunehmender Schuldauer eine immer höhere Komplexität aufweisen.

Der Erwerb von Diskurs- und Textfähigkeiten erfordert situativ angepasste Gelegenheiten und interaktive Unterstützungsleistungen, wie sie nicht in allen Familien gegeben sind. Allerdings sind pädagogische Fachpersonen im Frühbereich und Lehrpersonen aller Stufen und aller Fächer bisher nicht systematisch dafür ausgebildet, komplex strukturierte Diskurseinheiten in Unterrichtsgesprächen bzw. Textstrukturen in den Fachtexten zu erkennen und aufzugreifen, bewusst anzubieten und im Rahmen von Ko-Konstruktionsprozessen situiert und gezielt zu unterstützen bzw. die Rezeption und die Produktion zu entlasten und zu begleiten.

Vor diesem Hintergrund befasst sich die Tagung mit folgenden Fragen:

1.  Wie werden Diskurs- und Textfähigkeiten theoretisch modelliert? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen zwischen diesen Modellen?

2. Welche mündlichen und schriftlichen Anforderungen stellt die Unterrichtskommuni­kation an die Beteiligten? Inwiefern sind Diskurs- und Textfähigkeiten für die Teil­nahme am Unterricht sowie für individuelle und soziale Lernprozesse notwendig?

3. Wie wird die Förderung von Diskurs- und Textfähigkeiten verstanden und als Unterrichtsmodelle, Unterrichtshandeln oder Unterrichtsmaterialien didaktisch umgesetzt?

Mit der Etablierung und Entwicklung der Fachdidaktiken in der Schweiz stellen sich verschiedene wissenschafts- und hochschulpolitische Herausforderungen. An der Tagung soll auch Raum für diese Diskussion geschaffen werden. Dabei geht es insbesondere um folgende Fragen:

4. Was heisst das für ein interdisziplinäres Zusammenspiel der verschiedenen Fachdidaktiken?

5. Wie können fachdidaktische Netzwerke konsolidiert, erweitert und verankert werden?

Mit Beiträgen von

  • Rosalie Bourdages (HEP Vaud)
  • Esther Brunner (PH Thurgau)
  • Betül Dursun und Katharina Kirchhofer (PH Thurgau)
  • Roxane Gagnon (HEP Vaud)
  • Eliane Gilg (PH FHNW)
  • Christoph Gut (PH ZH)
  • Nina Haldimann und Judith Kreuz (PH Zug)
  • Saskia Handro (WWU Münster)
  • Claudia Hefti (PH Thurgau)
  • Nadine Nell-Tuor und Alexandra Schiesser (PH Zug)
  • Hansjakob Schneider (PH ZH)

Mit abschliessendem Podium

  • Thomas Lindauer (PH FHNW) – Moderation
  • Dieter Isler (PH Thurgau) – Perspektive nets | résco
  • Sabina Larcher (PH FHNW) – Perspektive swissuniversities PgB
  • Kathleen Philipp (PH FHNW) – Perspektive Master Fachdidaktik
  • Bernard Schneuwly (Uni Genf) – Perspektive Fachdidaktik in der Romandie

Weitere Infos

zu Inhalten, Anmeldung etc. folgen demnächst

Kontakt

Miriam Dittmar
miriam.dittmar(at)fhnw.ch

 

Vera Mundwiler
vera.mundwiler(at)phzg.ch

 

Rebekka Studler
rebekka.studler(at)fhnw.ch